Die Aldor Wiki
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Die Schrifttafel der Blutskalpe kann in den Ruinen von Bal'lal gefunden werden.[1]
Schrifttafel der Blutskalpe

Mond über dem Tal

Ein Mond scheint über'm Tal
Und badet den Urwald in seinem Licht
Wo stolze Krieger den Ruf vernehmen
Zu schützen unser Volk und unser Heiliges Land

Ein Mond scheint über'm Tal
Weit über dem Kriegsgeschrei
Wo Blut fließt
gleichermaßen von Freund und Feind.

Und wenn unsere Brüder von uns gehen
In Reiche jenseits unserer Vorstellung
Versteinert der Seelengeist
Tief unter dem Tal
Und wenn unsere Brüder von uns gehen
In den Tempel des Berges
Mögen wir ihren ewigen Geist schützen
Der im heiligen blauen Kristall steckt.

Und wenn unsere Brüder von uns gehen
Scheint ein Mond über'm Tal.

***

Gri'lek der Wanderer

Die Geschichte von Gri'lek dem Wanderer
[Der obere Teil der Schrifttafel war ganz abgenutzt. Aber der Rest war durchaus lesbar...]

Gri'lek stapfte durch den Urwald. Seine Augen brannten und sein Herz hämmerte vor Zorn.

Voller Wut schrie er gen Himmel und erhob seinen Arm. Er erhob seinen linken Arm, der stark und sicher war vom Jagen ohne seinen Doppel.

Sein rechter Arm war unwiederbringlich verloren.

Und so wanderte er umher und suchte. Doch sein Arm blieb verschollen. Und so fluchte und brüllte er entlang seines Weges.

Schon lange hatte er sein Ohr von den Geistern abgewandt, weshalb sie ihm zürnten und sein Klagen nicht beachteten.

Gri'lek war verflucht. Verflucht, einarmig umherzuwandern.

***

Gurubashis Untergang

Und wie eine Wassersäule erhob sich Neptulon aus dem Ozean, um die großen Kraken zu der verdammten Stadt I'lalai zu schicken. So groß waren die Kraken, dass ganze Wälder von Tang zwischen ihren Tentakeln Platz fanden und Leviathane durch ihre Körper schwammen.

Dann hobt der größte Kraken seine Arme und ließ sie donnernd ins Meer schlagen, sodass sich gewaltige Wellen auftürmten. Wellen, die geradewegs auf I'lalai zurasten.

Die Kraken brüllten, und ihre Stimmen klangen wie das Brausen des Sturms über der See:

"Wir kommen."

Min'loth stand unerschütterlich und rief seine Magie herbei. Die auf I'lalai zupreschenden Wellen teilten sich und ergossen sich nach beiden Seiten, den Dschungel überflutend. Alsdann hieß Min'loth seine Diener Bindungsgesänge anstimmen, und Dutzende von Trollstimmen erhoben sich tosend.

Und eine Stimme war lauter als alle anderen.

Min'loth schrie auf und seine Magie sammelte die Macht der Zauber seiner Diener und er schleuderte sie den nahenden Kraken entgegen.

Die See teilte sich und Min'loths Zauber raste auf die Diener des Neptulon zu. Blitze zerrissen den Himmel, als der Zauber sie traf. Tausende Blitze zuckten herab, brachten das Wasser zum Kochen und gruben Krater in die Erde.

Min'loth stieß ein Triumphgeheul aus, glaubte er doch, sein Zauber werde die gigantischen Kraken fällen.

Aber die Kraken sind alt, sehr alt. Sie waren dabei, als das Meer das Land gebar.

Sie waren dabei, als die Unwesen herrschten, und als die Reisenden kamen, um sie zu stürzen. Sie waren dabei, als die Magie noch neu war.

Sie sind alt und hüten viele Geheimnisse. Min'loths Zauber war stark, aber nicht anders als der Troll war auch der Zauber sterblich.

Und so versagte er.

Er band die Kraken nicht, doch er erzürnte sie. Seit Ewigkeiten hatten Sterbliche ihnen keine Schmerzen mehr bereitet, und der Zauber des Trolls war schmerzhaft.

Sie schüttelten den Bann von Min'loths Zauber ab und schlugen zurück.

Ein Rumpeln war zu vernehmen, als große Wellen aus der Tiefe emporstiegen und auf das Land zursaten. Als die I'lalai erreichten, warfen sie einen Schatten auf die Stadt.

Aber bevor die Wellen sie zerstören konnten, hielten die Kraken plötzlich inne und verharrten.

Die Trollhexendoktoren erzitterten und wehklagten ihrem Meister. Min'loth starrte auf die Berge von Wasser, verloren und doch trotzig. Er drehte sich zu seinen Adepten um und flüsterte seine letzten Worte, welche die Trolle in Stein meißelten. Dann wandte sich Min'loth den drohenden Kraken zu.

Er verzog das Gesicht zu einer Fratze und wirbelte in einem letzten kühnen Akt seinen Stab herum.

Dann richteten die Kraken all ihre Wut auf Min'loth und der Ozean stürzte auf I'lalai.

Und es war nicht mehr.

Und dann überspülte das Wasser den Urwald und riss alles mit sich fort. Trolle und Wildtiere heulten auf, bevor das Wasser sie erfasste und in die Tiefe zog.

Viele Gurubashi fragten sich noch, warum der Ozean sie verschlang, aber sie starben unwissend.

Erst als das Wasser die Berge erreichte, hielt es inne. Besänftigt zog sich das Wasser danach wieder zurück und hinterließ einen Schauplatz der Verwüstung.

Trotz allem blieb I'lalai eine auf ewig versunkene Stadt.

Und Häuptling Var'gazul, hinter den Bergen in Zul'Gurub in Sicherheit, ging in den Urwald und fand dort keine Spur seines Volkes mehr.

Da verzweifelte er, denn seine Träume von der Eroberung waren geplatzt.

Und Min'loth die Schlange ward niemals gefunden.

***

Das Grabmal des Imperators

Bei Mond und Feuer,
Fleisch und Blut,
Stört nicht den,
Der hier ruht.

Kehret um
Oder seid verflucht
Denn der Tod, er lauert
Wo der Imperator ewig ruht.

Anmerkungen[]

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