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Allein zählt zur Reihe Kategorie:Elfenjahr[1][2].
Elfenjahr - 4. Geschichte - Von Anastasia Barrymoore
Allein

I nzwischen war der Frühling fast schon zum Sommer geworden. Die Sonne schien warm. Lukas kam heute etwas später in den Kindergarten.

Seine Mutter hatte frei und sie konnten sich Zeit lassen. Er freute sich und wollte mit Laura im Sand eine große Burg bauen mit tiefem Graben. Bei dem Wetter konnten sie ihn bestimmt mit Wasser füllen.

"Wo ist Laura bloß?"

Lukas sah sich suchend um. Er entdeckte sie in der Puppenecke.

"Laura", Lukas lief zu Laura hin, "ich hab eine super Idee für draußen."

"Lukas, ich kann jetzt nicht. Ich spiele gerade."

"Ja, aber ich wollte auch mit dir spielen."

"Jetzt nicht, wir sind schon mitten drin."

"Ich wollte eine Burg …"

"Lukas, ich will jetzt hier weiterspielen, später vielleicht."

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Laura drehte Lukas den Rücken zu. Lukas ließ die Arme hängen. Gern hätte er Laura wenigstens von seiner Idee erzählt.

Als Shellene rief: "Die ersten können frühstücken und dann rausgehen!", spielte Laura immer noch in der Puppenecke. Lukas frühstückte allein an einem Tisch, er hatte keine Lust auf jemand anders.

Als er mit ein paar anderen, die auch schon fertig waren, in den Garten ging, sah er Laura mit ein paar anderen Mädchen gerade frühstücken.

Er ballte die Fäuste und hätte Laura am liebsten angeschrien.

Wütend kickte er ein Stöckchen zur Seite. Auf Sand hatte er keine Lust mehr. Lukas verkroch sich hinter einem der großen Büsche.

Hier war es ruhig. Hier konnte er allein sein. So saß er eine Weile im Gras. Er wischte sich mit dem Handrücken über seine Wangen.

Er sah den gelben Zitronenfalter nicht, der lautlos vorüberflog und bemerkte auch den sanften Wind nicht, der die Friedensblümchen sacht hin und her bewegte.

So saß er eine ganze Weile bis er Laura rufen hörte:

"Lukas,… Lukas,…!" Er antwortete nicht. Es blieb eine Weile still, dann schob jemand die Zweige zur Seite.

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"Ach, hier bist du!", sagte Laura, "Ich habe dich schon gesucht."

Sie setzte sich neben Lukas.

"Und was machen wir?" fragte sie vergnügt.

Da platzte es aus Lukas heraus:

"Du willst doch gar nicht mit mir spielen. Du hörst nicht mal zu."

Laura schluckte.

"Das stimmt doch gar nicht."

Aber Lukas fiel ihr wütend ins Wort.

"Klar stimmt das. Du hast mich einfach stehen lassen. Nicht mal zugehört hast du mir, als wären wir nicht befreundet."

Laura war unsicher, was sie sagen sollte:

"So hatte ich das nicht gemeint. Ich hatte heute Morgen Spaß, in der Puppenecke zu spielen. Und wir waren so toll im Spiel. Da hatte ich keine Zeit. Und ich habe ja noch mehr Freunde. Du doch auch."

"Ich fand es trotzdem blöd."

Sie schwiegen bis Lukas sagte:

"Also, immer noch Freunde?"

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"Klar, was denkst du denn? Was wolltest du denn heute Morgen?", fragte Laura.

"Ich habe mir eine Burg ausgedacht mit Graben und echtem Wasser."

"Und, noch Lust?", fragte Laura.

"Ja", antwortete Lukas, "bis zum Mittagessen haben wir noch Zeit. Komm. Ich würde gern ein Türmchen an die Burg anbauen."

Der Sand ließ sich gut formen und den Graben hatten die beiden auch bald ausgehoben.

"Ich habe noch Murmeln in meinem Rucksack von Tanissa, wollen wir die Burg damit verschönern? Ich hole sie schnell", sagte Laura.

Laura hielt Lukas die Murmeln hin.

"Oh, schön", sagte Lukas.

"Ich schenk dir nachher eine", sagte Laura. "Hilfst du mir später, sie wieder einzusammeln?"

Lukas nickte.

Als Shellene zum Mittagessen rief, waren sie gerade fertig geworden, das Wasser in den Graben zu gießen und gemeinsam ihr Werk zu bewundern. Die Murmeln sammelten beide vor dem Essen wieder ein und Laura schenkte Lukas eine, wie versprochen. Er packte sie in seinen Rucksack und freute sich schon darauf, sie zu seinen anderen Murmeln zu legen.

ENDE

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Vielen lieben Dank an Simone Wustrack und Marina Rädiker für die Erlaubnis ihre Geschichten unter der Creative Commons Lizenz mit anderen zu teilen.

Allein, erschienen 2017 auf www.perlenjahr.de

Dort auch bebildert und zum Anhören für Kinder die nicht auf Azeroth leben.
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