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Der Untergang von Korlach ist eine Tagebuchsammlung zu den Machenschaften des Herzbanns in Korlach (Drustvar).[1][2]
Der Untergang von Korlach

Schon seit zwei Wochen hat niemand in Korlach Lord oder Lady Kronsteig gesehen oder von ihnen gehört. Die Torwächter weisen sämtliche Bittsteller zurück, ohne ein Wort über ihren Verbleib zu verlieren.

Gerüchten zufolge soll der Lord an der Schwindsucht leiden, und seine Gemahlin soll sich in ihrer Trauer in seinen Gemächern eingeschlossen haben.

Dies sind finstere Zeiten für Drustvar.

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Heute ist die dritte Nacht, in der unsere Maggie sich davongestohlen hat, als sie dachte, dass ihr Vater und ich schliefen. Ich habe versucht, ihr zu folgen, aber am Vorhof des Kronsteiganwesens habe ich sie aus den Augen verloren.

Die Daveys behaupten, auch ihre Tochter sei für einige Nächte verschwunden gewesen, nur, um auf die gleiche geheimnisvolle Art zurückzukehren, als sei nichts geschehen.

Ihr Vater schwört, dass er beobachtet hat, wie sie das Anwesen betreten hat. Aber das ist absurd. Dort ist seit Wochen niemand mehr ein- oder ausgegangen!

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Endlich gibt es einen Schimmer der Hoffnung für Drustvar. Lady Kronsteig hat heute das Anwesen verlassen, um die durch Lord Kronsteigs Verschwunden geschürten Ängste zu zerstreuen.

Sie hat uns versichert, dass der Lord bei bester Gesundheit sei, aber es war sonderbar, wie sie die Wachen herumkommandierte. Über solche Befehlsgewalt hat sie nie zuvor verfügt.

Aber ich mache mir bestimmt nur zu viele Gedanken. Nach den Strapazen der letzten Wochen sollten wir uns über jede gute Nachricht freuen.

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Ceridwen versucht unablässig, mich zu überreden, ihrem "Schwesternkreis" beizutreten.

Das gefällt mir ganz und gar nicht. Jeden Tag sehe ich mehr Mädchen in der Stadt, die den Weidentalisman tragen. Wenn das so weitergeht, ist die ganze Stadt im Handumdrehen beigetreten.

Die Männer scheinen es gar nicht zu merken, als wären sie noch desinteressierter als sonst. Es ist fast, als stünden sie unter einer Art Bann.

-5-

Diese Woche ist eine dritte Person verschwunden. Die Wachen behaupten, es gäbe keinen Grund zur Sorge, aber ich weiß es besser.

Erst gestern Abend habe ich mit Herrn Wissmann gesprochen. Er hat die Leiche von Jon gesehen, dem Stallburschen, der als Erster verschwand. Ein Anblick, den er nie vergessen wird, hat er gesagt. Die Wände seiner Hütte waren mit lästerlichen Zeichen beschmiert und seine Leiche lag ausgestreckt auf seinem Wagen. Ein Loch klaffte in seiner Brust, wo einst sein Herz gewesen war.

Jetzt ist Wissmann verschwunden, und die Wachen schweigen sich aus.

Ich habe das Gefühl, dass es in Korlach nicht mehr sicher ist für mich und meine Familie. Wir werden nach Aroms Wehr ziehen sobald wir nur können.

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Wer immer dies lesen mag: Traut der Magie der Schwesternschaft nicht!

Ich weiß nicht, woher sie gekommen sind, aber in den finsteren Winkeln Korlachs ist ihr Kreis erstarkt. Jetzt machen sie die Straßen unsicher und töten alle, die sich ihnen in den Weg stellen. Alle anderen jagen sie mit ihren Weidenabscheulichkeiten!

Niemand kennt ihre Ziele. Sie haben nichts als Rache für ihren Meister und Ruhm für ihre verräterische Anführerin, die "Mutter", im Sinn.

Ich glaube nicht, dass ich es lebend aus Korlach hinausschaffen werde. Mir bleibt nur die Hoffnung, dass meine Worte jemanden erreichen, der etwas unternehmen kann. Lasst diese "Schwestern" nicht in Eure Stadt! Ihre Verderbnis wird sie von innen heraus zersetzen, so, wie es in Korlach geschehen ist!

Anmerkungen[]

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